Selbständigkeit fördern. Spinnereien zulassen. Politisch agieren

Katholische Jugend setzt bei Wahl ihrer Diözesanleitung auf Kontinuität

Drei Mitglieder aus dem regulär aus vier Personen bestehenden Leitungsgremium des katholischen Dachverbands stellten sich am 16. März in Rot an der Rot für eine weitere Amtszeit zur Wiederwahl. Die Delegierten aus den Dekanats- und Jugendverbänden nahmen sich einen ganzen Vormittag Zeit, um sich die Wahlreden der KandidatInnen anzuhören, Fragen zu stellen, sich untereinander zu beraten und letztlich abzustimmen. Alexandra Guserle (37) erhielt 100 Prozent für ihr Amt der Diözesanleiterin, ebenso Benjamin Wahl (36) für sein Amt des Diözesanleiters, und Markus Scheifele (41) erreichte knapp 95 Prozent für seine Wiederwahl als Diözesanjugendseelsorger. Mit diesem Ergebnis setzt die katholische Jugend auf Kontinuität und knüpft an die Erfolge ihrer politischen Aktionen aus dem vergangenen Jahr an.

„Ich bin überzeugt, dass junge Menschen sehr wohl fähig dazu sind, ihre Positionen reflektiert darzustellen, wenn diese ihre Zukunft betreffen“, meint Guserle im Hinblick auf die seit Wochen anwachsenden Schülerstreiks „fridays for future“. Sie werde dieses politische Engagement und das kritische Hinterfragen, das dazu geführt hat, weiterhin fördern und unterstützen.“ Auch Benjamin Wahl betont, die politische Positionierung der im BDKJ engagierten Menschen in öffentlichkeitswirksamen Kampagnen an die Entscheidungsträger in Kirche und Politik heranzutragen. „Mit der Aktion „stand against hate“ haben wir viele politische Akteure erreicht und positive Resonanz erhalten. Damit wir die Welt weiterhin jeden Tag im Kleinen ein wenig besser machen können, setze ich mich für eine verlässliche Personal- und Finanzplanung ein“, bekräftigt Wahl seine Motivation.

Diözesanjugendseelsorger Scheifele möchte dem BDKJ und den Ehrenamtlichen in seinen Mitgliedsverbänden ebenfalls eine laute Stimme auf politischer Ebene geben. „Ich stehe mit meinem geistlichen Amt als Garant für das Evangelium, das für den BDKJ die Richtschnur seines politischen Handelns ist“, erklärt Scheifele und fügt hinzu: „Die Teilnahme am vergangenen Christopher-Street-Day etwa steht beispielhaft für eine Kirche, die Vielfalt toleriert.“ Dabei ist ihm besonders wichtig, dass sich im BDKJ mehr freies Denken und Spinnereien entfalten. „Meine Vision besteht aus starken Verbandsjugendlichen, die für ein Thema brennen und es unabhängig von Strukturen einfach mal anpacken und machen.“

Mit der Wiederwahl der drei Leitungsmitglieder werden die vier zentralen Themen für die politische Arbeit des BDKJ, die im Vorjahr festgelegt wurden, mit hochmotivierten Personen weitergeführt. Im Bereich Digitalisierung etwa beschloss die Versammlung, einen eigenen gleichnamigen Arbeitskreis einzurichten. Dieser soll bis zum Herbst 2022 Konzepte und Positionen erarbeiten, die den Einfluss digitaler Lebenswelten auf die kirchliche Jugendarbeit bewerten und Handlungsoptionen aufzeigen. Über denselben Zeitraum hinweg und mit dem gleichen Engagement verantwortet die Diözesanleitung BDKJ/BJA auch die anderen Themen Nachhaltigkeit, Partizipation und Ehrenamt ermöglichen.